Der Marktplatz mit dem Kronacher Rathaus mit seinen markanten 5 Spitzdächern, von schönen Bäumen eingewachsen Das historische Rathaus von Kronach mit den Treppen zum Eingangsportal und dem auf die Wand gemalten Stadtwappen Das modern und elegant eingerichtete Trauzimmer mit dem Glastisch des Standesbeamten und Stühlen für Brautpaar und Gäste
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Bürgermeister vereidigt drei neue Feldgeschworene

Die Stadt Kronach freut sich über drei neue Feldgeschworene.

Für das Kronacher Stadtgebiet gibt es künftig drei neue Feldgeschworene. Im Rahmen einer kleinen Feierstunde vereidigte Bürgermeister Wolfgang Beiergrößlein (rechts) in dieser Woche im Rathaus die neuen „Siebener“ Wolfgang Heller (3. von rechts, Feldgeschworenenvereinigung Neuses), Bernhard Fößel (links) und Hans-Dieter Jungkunz (2. von links, beide Feldgeschworenenvereinigung Friesen-Dörfles).

 

Bürgermeister Beiergrößlein betonte bei seiner Begrüßung, dass die Stadt Kronach sehr darum bemüht sei, neue Feldgeschworene zu gewinnen und bedankte sich dafür, dass sich die „Neuen“ dazu bereit erklärt haben, dieses Ehrenamt, eines der ältesten noch erhaltenen Ämter der kommunalen Selbstverwaltung, zu übernehmen. Sie seien in dieser Funktion wichtige Mittler zwischen Bürger und katasterführenden Behörden. Gerne dürften sich aber noch weitere Interessenten für dieses Ehrenamt bei der Stadt melden. Der Dank des Stadtoberhauptes galt auch Claudia Schnappauf von der städtischen Bauverwaltung für die Vorbereitung der feierlichen Vereidigungszeremonie.

 

Die wichtigste Aufgabe der Feldgeschworenen besteht in der Mitwirkung bei von den Vermessungsämtern geleiteten Abmarkungen und hier vorwiegend im Anbringen, Wechseln und Entfernen von Grenzzeichen. Die Anforderung der Feldgeschworenen durch das Vermessungsamt erfolgt über die Stadt Kronach, die dann den Obmann benachrichtigt. Dieser wiederum teilt die Feldgeschworenen ein.

 

Baptist Vetter, 1. Vorsitzender der Feldgeschworenenvereinigung im Landkreis Kronach (3. von links), hieß die neuen Siebener-Kollegen im Kreise der Feldgeschworenen herzlich willkommen und wünschte ihnen viel Glück, Erfolg und stets das nötige Fingerspitzengefühl für die neue Aufgabe, der sie sich stellen. Begleitet wurde Vetter von Standartenträger Georg Ziegler (2. von rechts). Vetter wies darauf hin, dass das Ehrenamt der Feldgeschworenen in Franken bereits im 13. Jahrhundert entstanden sei. Da es damals noch keine Vermessungsämter oder ähnliche Institutionen gab, wurden in jeder Gemarkung sieben ehrbare und geachtete Bürger ernannt, die dieses Ehrenamt innehatten. Daher rührt auch der im Volksmund gebräuchliche Ausdruck „Siebener“. Bis heute müssen sie einen guten Leumund besitzen und Grenzen und Eigentum achten. Durch ihr Amt genießen sie in der Bevölkerung hohes Ansehen. Dazu trägt auch das „Siebenergeheimnis“ bei, jene geheimen, von den Feldgeschworenen immer nur mündlich den Nachfolgern überlieferten Zeichen, an denen der Eingeweihte erkennen kann, ob ein Grenzstein von einem Unbefugten ausgegraben und an anderer Stelle gesetzt wurde. Als Hüter der Grenzen und Abmarkungen im Stadtgebiet arbeiten die hiesigen Feldgeschworenen eng mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Außenstelle Kronach des Amts für Digitalisierung, Breitband und Vermessung Kulmbach zusammen.

 

Auch einige statistische Daten hatte Vetter parat: In Bayern gibt es ca. 26.000 Feldgeschworene, die über 80 Millionen Grenzzeichen hüten und jährlich bei rund 250.000 Abmarkungen im Freistaat Bayern mitwirken. Das Institut der Feldgeschworenen gehört darüber hinaus zum immateriellen Kulturerbe Bayerns.

28.02.2019 (OM)

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